Algorithmisches Trading steckt voller Fachbegriffe. Hier erklären wir die wichtigsten – kurz, verständlich und genau so, wie sie bei unseren Strategien tatsächlich verwendet werden.
Opening Range Breakout (ORB). Eine Handelslogik, die die Kursspanne (Hoch/Tief) der ersten Minuten nach Markteröffnung als Referenz nimmt. Bricht der Kurs darüber oder darunter aus, wird in Ausbruchsrichtung gehandelt. Drei unserer vier Systeme bauen darauf auf.
Breakout. Ein Ausbruch des Kurses aus einer vorherigen Spanne oder einem Level. Breakout-Strategien setzen darauf, dass sich eine begonnene Bewegung fortsetzt (Trendfolge).
Mean Reversion (Fade). Das Gegenteil der Trendfolge: Die Strategie wettet darauf, dass eine übertriebene Bewegung zum Mittelwert zurückkehrt. Unser DAX Fade handelt gezielt überzogene Eröffnungs-Moves zurück und glättet so das Gesamtportfolio.
Runner. Der Teil einer Position, der nach einer ersten Teilgewinn-Mitnahme „weiterläuft", um große Trends mitzunehmen. Bei unseren Systemen wird der Stop des Runners nach dem Teilverkauf auf den Einstand gezogen – ab dann läuft er praktisch risikofrei. Die Runner tragen den Großteil des Gewinns.
Teilverkauf (TP1). Take-Profit 1: An einem definierten Ziel wird ein Teil der Position (z. B. 25 %) mit kleinem Gewinn geschlossen. Das sichert früh etwas ab und ermöglicht, den Rest als Runner laufen zu lassen.
Trailing-Stop (TSL). Ein Stop-Loss, der dem Kurs in Gewinnrichtung „nachgezogen" wird. Läuft der Trade weiter ins Plus, wandert der Stop mit und sichert immer mehr Gewinn, ohne die Position vorzeitig zu schließen.
Stop-Loss (SL). Eine vorab festgelegte Kursmarke, an der eine Verlust-Position automatisch geschlossen wird. Begrenzt den maximalen Verlust pro Trade – das wichtigste Werkzeug im Risikomanagement.
Break-even. Die Gewinnschwelle: der Kurs, an dem ein Trade weder Gewinn noch Verlust macht (= Einstandspreis). Wird der Stop auf Break-even gezogen, kann der Trade nicht mehr ins Minus drehen.
ATR (Average True Range). Ein Maß für die durchschnittliche Schwankungsbreite eines Marktes. Wir nutzen die ATR, um Stops und Ziele dynamisch an die aktuelle Volatilität anzupassen statt mit starren Punktwerten zu arbeiten.
Trefferquote (Win-Rate). Der Anteil der Gewinn-Trades an allen Trades. Wichtig: Eine hohe Trefferquote allein sagt nichts über die Profitabilität – ein System mit 47 % Trefferquote kann hochprofitabel sein, wenn die Gewinner deutlich größer sind als die Verlierer.
Profitfaktor. Bruttogewinn geteilt durch Bruttoverlust. Ein Profitfaktor von 2,0 bedeutet: Für jeden verlorenen Euro werden zwei gewonnen. Werte über 1,0 sind profitabel.
Payoff-Ratio / CRV. Das Verhältnis von durchschnittlichem Gewinn zu durchschnittlichem Verlust (Chance-Risiko-Verhältnis). Ein Wert von 2,0 heißt: Der typische Gewinner ist doppelt so groß wie der typische Verlierer.
Drawdown / Max. Drawdown. Der zwischenzeitliche Rückgang des Kontos vom letzten Höchststand bis zum tiefsten Punkt. Der maximale Drawdown ist der größte solche Einbruch im Betrachtungszeitraum – die ehrlichste Kennzahl dafür, wie viel Schmerz eine Strategie unterwegs verursacht.
Equity-Kurve. Die grafische Entwicklung des Kontostands über die Zeit. Eine stetig steigende, glatte Kurve ist meist einer steilen, zackigen vorzuziehen – sie ist im Alltag leichter durchzuhalten.
Backtest. Die Simulation einer Strategie auf historischen Kursdaten. Zeigt, wie sich die Regeln in der Vergangenheit geschlagen hätten. Ein Backtest ist nur so aussagekräftig wie seine Annahmen (Kosten, Slippage, Datenqualität).
Out-of-Sample. Ein Test auf Daten, die bei der Entwicklung der Strategie NICHT verwendet wurden. Bestehende Out-of-Sample-Ergebnisse sind ein starkes Indiz, dass eine Strategie nicht bloß an die Vergangenheit „überangepasst" (overfitted) wurde.
Korrelation & Diversifikation. Korrelation misst, wie stark sich zwei Strategien gemeinsam bewegen. Kombiniert man Systeme mit geringer Korrelation (Diversifikation), gleichen sich Schwächephasen aus – das senkt den Gesamt-Drawdown deutlich.
Prop-Trading / Prop-Konto. Handel mit dem Kapital einer Prop-Firma (Proprietary Trading). Nach bestandener Prüfung stellt die Firma Kapital bereit; der Trader behält einen Großteil der Gewinne, riskiert aber meist nur eine kleine Gebühr statt eigenem Kapital. Prop-Firmen setzen feste Drawdown-Grenzen.
VPS (Virtual Private Server). Ein gemieteter Server, der rund um die Uhr läuft. Darauf läuft die Handelssoftware automatisch weiter – unabhängig davon, ob der eigene PC an ist. Kostet ab ca. 5 EUR/Monat.
MetaTrader 5 (MT5). Eine weit verbreitete Handelsplattform, auf der die Signale automatisiert ausgeführt werden. Läuft typischerweise auf dem VPS.
PineConnector / SignalStart. Brücken-Tools, die ein Handelssignal (z. B. von TradingView) automatisch an den Broker bzw. MetaTrader weiterreichen. So werden Trades vollautomatisch ausgeführt, ohne manuelles Eingreifen.
Lot / Positionsgröße. Die Größe einer Handelsposition. Über die Positionsgröße wird das Risiko pro Trade gesteuert: Wir riskieren je Strategie einen festen Prozentsatz des Kontos (1,0–1,6 %), nicht eine feste Stückzahl.
Spread. Die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs – eine indirekte Handelsgebühr, die der Broker einbehält. In unseren Backtests ist der Spread einkalkuliert.
Slippage. Die Differenz zwischen dem erwarteten und dem tatsächlich ausgeführten Kurs, vor allem in schnellen Märkten. Realistische Backtests rechnen Slippage mit ein, um Ergebnisse nicht zu schönen.
Hedging. Das gleichzeitige Halten gegenläufiger oder unkorrelierter Positionen, um Risiko abzufedern. In unserem Portfolio wirken die vier Strategien teils wie ein Hedge füreinander, weil sie auf unterschiedliche Marktphasen reagieren.
Noch Fragen? Im Discord erklären wir jeden dieser Begriffe an konkreten Beispielen aus den Live-Trades – kostenlos und ohne Verpflichtung.